Kreationisten und ihr größter Wunsch

Die Augsburger Allgemeine berichtet über einen Vortragsabend in Kaufering, bei dem Pater Theophil Gaus sich über die Genesis, Evolution und Atheisten ausließ.

Wie nicht anders als von einem Pfaffen zu erwarten wimmelt es hier nur so vor Falschdarstellungen.

Kam die Schöpfung „ex nihilo“, aus dem Nichts? Wie kann dieses Nichts verstanden werden? War es ein „Uhrmachergott“, der die Welt sich selbst überließ, da er sie vollkommen geschaffen hatte? Oder hat er sie als „creatio continua“ entworfen, aus der er sich nicht herausnehmen wollte. Fragen, bei denen einem schlicht die Worte fehlen, räumte auch Pater Theophil ein.

Ach, tun sie das? Ich denke eigentlich das neodarwinistische Evolution und die Urknalltheorie diese Fragen sehr gut und nachweisbar beantworten.

Heutzutage gebe es einen Neuen Atheismus, der schnell fertig sei und postuliere „Gott ist nicht beweisbar, also lassen wir’s“. Richard Dawkins, ein britischer Autor und Atheist, tourt mit der Kampagne „Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, nun hör auf, dich zu sorgen und genieße dein Leben“ durch Großbritannien.

2 mal falsch. Atheisten raten niemandem ab Beweise für einen Gott zu finden. Ich selbst bin immer an den Versuchen die Existenz eines übernatürlichen Wesens nachzuweisen interessiert. Schade nur dass die Beweispflicht beim Behauptenden liegt, und die konnten leider noch keinen Beweis erbringen die einfachster Logik standhalten.

Dawkins unterstützt zwar die Kampagne AtheistBus (gibt’s auch in Deutschland) auf die hier Bezug genommen wird, doch er tourt mit seinem eigenen Buch. Korrektur: Dawkins scheint doch mehr mit der Buscampagne zu tun zu haben als mir bewusst war. Seine URL taucht auf den Plakaten auf.

Aus seiner von Lamarckschen Elementen befreiten Selektionstheorie ging der Neodarwinismus hervor. Doch auch damit ist die Frage nach dem Ursprung des Seins nicht durchleuchtet.

Pater Theophil blickte deshalb zurück nach Babylon ins 6. Jahrhundert vor Christus, wo die Genesis entstand, die wir kennen. Sie trifft keinerlei naturwissenschaftliche Aussagen. Ihr ist schlicht zu glauben. Biologie und Glaube sind zwei Zugänge zur gleichen Wirklichkeit, schließt der Theologe seinen Vortrag. Die Wahrheit der Schöpfung werde durch die Evolutionstheorie nicht angegriffen.

Warum ist der Genesis einfach zu glauben? Die Tatsache das die Evolutionstheorie die Abiogenese nicht erklärt bedeutet noch lange nicht dass wir Aberglauben dafür setzen müssen. Noch weiß niemand wie Leben aus Nicht-Leben auf der Erde entstanden ist, doch unter Laborbedingungen ist der Vorgang bereits geglückt. Welchen Zugang zu unserer Wirklichkeit bietet ein Glaube an die Genesis?

Pater Theophils Schlusswort. „Es wird noch nicht so lange über diese Dinge nachgedacht. ‘Errare humanum est’.“

Seit dem der Mensch den Luxus hat neben dem Kampf um sein eigenes Überleben Gedanken über seine Umwelt zu entwickeln gibt es Fragen nach dem Ursprung der Menschheit. Die Religion und ihre Schöpfungsmythen sind die frühesten und schlechtesten Erklärungsversuche zu diesen Fragen. Wissenschaftliche Erkenntnisse, nicht erst seid Darwin, beantworten diese Fragen nachweisbar und, viel wichtiger, im Rahmen des Wissenschaftsprinzips falsifizierbar.

Irren ist menschlich, und die Wissenschaft hat sich oft geirrt, es eingesehen und ihre Fehler berichtigt, mit dem Ergebnis, dass unser Wissen immer weiter gewachsen ist. Die Religion hat sich einmal geirrt und hält an diesem Irrtum fest oder flüchtet sich in schrumpfende Lücken in unserem Wissen. Zum Glück bleibt ihr damit immer weniger Platz.

Was hier aufgestellt wird ist der Vorwurf an die Wissenschaft noch nicht alles erklären zu können, und die falsche Konsequenz dass ein Märchen mit bedeutend weniger Erklärungskraft die selbe Berechtigung genießt.

Korrektur: Dawkins scheint doch mehr mit der Buscampagne zu tun zu haben als mir bewusst war. Seine URL taucht auf den Plakaten auf.

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